Impuls

Tanzen ist gesund, Bewegung zu Musik bringt Lebensfreude und Energie … und im besten Fall auch Gemeinschaft. Das kann jede Person, die es ausprobiert, im eigenen Körper spüren. Und die Neurowissenschaften belegen es ja auch neuerdings. Tanzen ist uns übrigens in die Wiege gelegt. Schon als Baby reagieren wir auf Rhythmus/Musik mit spontanen Bewegungen und sobald wir laufen und klatschen können geht es dann richtig los … Und dieses Phänomen ist überall auf der Welt gleich. Tanzen verbindet die Menschen. Tanzen ist gut für das Selbstbewusstsein. Wer tanzt, hört auf sein Herz und gibt sich ganz dem Genuss des eigenen Bewegungsausdrucks hin. Es geht beim Tanzen nicht um die richtige Schrittfolge, sondern darum, dass sich die Bewegung für mich „richtig anfühlt“, dass ich im Tanzen ganz ich sein darf. Das Wichtigste für jeden Tänzer/jede Tänzerin ist die Freude, der Ausdruck, die Leidenschaft im Augenblick. Das gehört doch wesentlich zum Menschsein dazu, dieses Spielerische und Schöpferische, Göttliche. Wussten Sie, dass der Gott Apollo der Gott des Tanzes und gleichzeitig auch der Gott der Musik und des Heiles ist? Ein Blick in verschiedene Mythologien zeigt, dass oft die Göttin/der Gott des Tanzes auch im Gesundheit, Heilung und Musik verbunden wird. Tanz ist in vielen Kulturen immer schon ein Element von Heilungs-ritualen gewesen, die von der Gemeinschaft mitgefeiert und mitgetragen wurden.

Wäre es nicht schön, auch in unseren gottesdienstlichen Feiern das Element Tanz mit seinen positiven Wirkungen mehr zu integrieren, bewusst in einer Schreitprozession den liturgischen Raum zu betreten und sich auf den Gottesdienst gemeinsam auszurichten, im Kreistanz die Gemeinschaft zu erfahren Hand in Hand und im freien Tanz einen Ausdruck für das gehörte Evangelium zu finden, weil auch Glaube und Gefühle sich manchmal besser im Tanz/in der Bewegung ausdrücken können als in Worten. Der Tänzer und Choreograf Tad Shawn war der Überzeugung, dass man im Tanz Gefühle sehr viel besser ausdrücken könne als mit Worten: „Dance ist thougt made visible“ – Tanze ist Gedanken sichtbar machen.

Wer noch eine leicht und humorvolle Sommerlektüre mit inspirierenden Erkenntnissen zum Tanz sucht: Julia F. Christensen und Dong-Seon Chang: Tanzen ist die beste Medizin. Warum es uns gesünder, klüger und glücklicher macht. Rowohlt 2018.

Katrin Gergen-Woll
katrin.gergen [at] gmx.de